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Nachbetrachtungen zur WM 2019 in Budapest

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Die 55 Tischtennis-Einzelweltmeisterschaft fand vom 21.bis 28.04.2019 in Budapest statt. Zum vierten Mal wurden Weltmeisterschaften in der ungarischen Hauptstadt ausgetragen. In so einer historischen Stadt stellt sich sofort die Frage, wie sind die Entwicklungen im modernen Tischtennis Sport? Diese Frage möchte ich im vorliegenden Artikel untersuchen.

Teil 1: WM der Überraschungen
Teil 2: Tendenzen im modernen Tischtennis Sport

Viel Spaß beim Schmökern.

Euer
Rolf

 

Teil 1: WM der Überraschungen

Beginnen wir mit den Ergebnissen:

Herren Einzel
1. Ma Long (China) – keine Überraschaung

2. Mattias Falck (ehemals Karlsson) (Schweden) – Überraschung

3. Liang Jingkun (China)
3. An Jaehyun (Südkorea) – Überraschung

Herren-Doppel
1. MA Long / WANG Chuqin (China)
2. Ovidiu IONESCU / Alvaro ROBLES (Rumänien / Spanien)
3. LIANG Jingkun / LIN Gaoyuan (China)
3. Tiago APOLONIA / Joao MONTEIRO (Portugal)

Damen-Einzel
1. LIU Shiwen (China) (bei den Damen wie gewohnt, eine Chinesische Dominanz)
2. CHEN Meng (China)
3. DING Ning (China)
WANG Manyu (China)

Damen-Doppel
1. SUN Yingsha / WANG Manyu (China)
2. Hina HAYATA / Mima ITO (Japan)
3. CHEN Meng / ZHU Yuling (China)
3. Honoka HASHIMOTO / Hitomi SATO (Japan)

Mixed
1. XU Xin / LIU Shiwen (China)
2. Maharu YOSHIMURA / Kasumi ISHIKAWA (Japan)
3. FAN Zhendong / DING Ning (China)
3. Patrick FRANZISKA / Petrissa SOLJA (Deutschland) – einzige deutsche Medaille

Bei den Damen dominiert im Einzel, wie immer, China und gewinnt alle Medaillen. Einzig im Doppel konnten die Japanerinnen mithalten und konnten die Silber- und Bronzemedaille gewinnen.

Aus deutscher Sicht war die Bronzemedaille im Mixed das einzige Highlight. Vielleicht wäre sehr viel mehr Drin gewesen, wenn Timo Boll nicht erkrankt das Achtelfinale abgesagt hätte (ebenso das Doppel).

Mit Ma Long (China) gewinnt der wohl beste Spieler der letzten Jahre verdient die WM. Er ist der variabelste Spieler und beherrscht taktisch alle Varianten des Spiels, und er folgt nicht dem allgemeinen Trend, alle Bälle mit Rh-Bananenflip spielen zu müssen.

Hieraus ergibt sich auch die Tatsache (meine persöhnliche Meinung), dass die WM als „WM der Überraschungen“ in der Presse tituliert wurde. Es war die WM des großen Favoritensterbens.
Allen voran war das Ausscheiden des an Nr. 2 gesetzten Xu Xin (China) gegen Simon Gauzy (Frankreich) in der dritten Runde die erste große Überraschung.

Eine Runde später (Achtelfinale) folgte das Aus von Fan Zhendong (Nr. 1 der Welt – auch nach der WM) gegen den an Nr. 9 gesetzten Chinesen Liang Jingkun. Aber hier kann man wohl davon ausgehen, dass die Chinesen durch viele Trainingslager sich sehr gut kennen. Fan hatte keinen guten Tag erwischt, denn ihm unterliefen sehr sehr viele Rückhand Topspin Fehler und Liang zog sein Spiel konsequent über die Rückhand auf.
Weiterhin scheiterte im Achtelfinale der an Nr. 4 gesetzte Tomokazu Harimoto. Er scheiterte an dem 19- jährigen Koreaner An Jaehyun. Für viele war Harimoto, einer der Geheimfavoriten. Hier zeigte sich, dass die Spielsysteme sich immer mehr angleichen und an diesem Tag der junge Koreaner mit seiner Vorhand und mit sehr guter Beinarbeit, das Spiel dominierte. Harimoto der immer mit viel Risiko spielt, machte in entscheidenden Momenten viele Vorhand Topspin Fehler und hatte bei diesem Spiel sehr große Probleme Gegentopspin von Tischmitte zu spielen. Ich glaube weiterhin, dass Harimoto zum ersten Mal etwas zu verlieren hatte, denn sein Gegner war nur die Nr. 121 der Weltrangliste. Eigentlich ein dankbarer Gegner.

Kommen wir nun zur größten Überraschung der WM „Mattias Falck“ (Schweden). Die letzten schwedischen Erfolge waren Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson im WM-Endspiel 1991, mit dem besseren Ende für Jörgen Perrson (der auch Falck coachte).

Er hatte das große Glück gegen keinen Chinesen während der WM Spielen zu müssen, da sein Nomineller Viertelfinal Gegner Xu Xin gegen Simon Gauzy ausgeschieden war. Matthias Falck besiegte dann im Viertelfinale Simon Gauzy deutlich mit 4:1. Gauzy fand nie ins Spiel und war sichtlich nervös – in jedem Satz spielte er Fehlaufschläge.

In einem spannenden Halbfinale besiegte er den Jungen Koreaner An Jaehyun mit 4:3. Im fünften Satz verspielte An Jaehyun eine 7:2 und 9:6 Führung. Den sechsten Satz gewann er dann 11:2. Den Entscheidungssatz gewann der nervenstärkere Matthias Falck mit 11:5.

Das Endspiel dominierte Ma Long mit 4:1. Jedoch war das Spiel knapper als das Ergebnis zeigt.
Nach dem Verlust des dritten Satzes von Ma Long, führte Matthias Falck im vierten Satz bis zum 9:7, dann machte er vier Fehler in Folge und verlor noch den Satz. Hätte er diesen Satz zum 2:2 gewonnen, wäre es vielleicht noch ein spannendes Spiel geworden. So war aber im fünften Satz die Luft raus und Ma Long gewann die WM mit 11:5.

Im zweiten Teil der Nachbetrachtung kommen wir zur Spielanalyse.

 

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